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Psychophysikalische Untersuchung von spektralen und zeitlichen Mechanismen des auditorischen Systems anhand harmonischer und unharmonischer Amplitudenmodulationen: relatives und absolutes Gehör

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7 Zusammenfassung

Die Wahrnehmung der Tonhöhe akustischer Signale ist ein komplexer Prozeß, in dem viele Teile des Hörsystems partizipieren. Von der Cochlea ab werden die Signale auf eine vielfältige Art in allen Teilen der Hörbahn auf verschiedene Art verarbeitet. Am Ende dieses Prozesses steht für uns ein Perzept, mit dem wir sehr vertraut sind und das wir Tonhöhe nennen.

Das absolute Gehör

Einige Menschen haben die Fähigkeit, ohne Referenz die Tonhöhe eines Signals mit einer hohen Genauigkeit zu bestimmen. Die meisten Menschen haben diese Möglichkeit der absoluten Bestimmung nicht. Solche ,,Relativhörer`` haben keine Möglichkeit der Bestimmung einer absoluten Tonhöhe eines Signals, haben aber im Gegensatz zu den ,,Absoluthörern`` eine Möglichkeit der genauen Bestimmung von Intervallen. Absoluthörer können Intervalle zumeist nur punktuell bestimmen, d.h. aus der Information der beiden Ecktöne des Intervalls.
Die Fähigkeit des absoluten Gehörs kann nicht trainiert werden, sie wird im frühen Kindesalter gelernt.

Ein neues Modell

Eine neue Interpretation des schon vorhandenen Korrelationsmodells liefert die Erklärung für die Möglichkeit einer absoluten Tonhöhenbestimmung. Dabei benutzen Absoluthörer längere Oszillationsintervalle, um sie mit den Modulationsperioden oder Vielfachen der Trägerperioden zu vergleichen. Diese Oszillationsintervalle sind nicht getriggert, wie im Falle der relativen Wahrnehmung, sondern resonieren mit der Modulationsfrequenz. Durch die unveränderliche interne Referenzfrequenz des Oszillators ist eine absolute Bestimmung der Tonhöhe möglich.
Während der Relativhörer den Vergleich eines Integrators und eines Differentiators benutzt, um Modulationsfrequenzen zu bestimmen, die es ihm erlaubt, besonders gut harmonische Obertöne des Signals zu bestimmen, nutzt der Absoluthörer eine interne Oszillation, um sie mit dem äußeren Signal zu vergleichen.

Die Fähigkeiten von Absoluthörern

In den Experimenten zur Diskriminationsfähigkeit wurde festgestellt, daß Absoluthörer in der Lage sind, bis zu sehr hohen Frequenzverhältnissen (16. Oberton) Frequenzen aus einem Frequenzgemisch von drei Obertönen herauszuhören. Dabei sind sie in der Lage, in allen Frequenzbereichen eine spektral nicht vorhandene Modulationsfrequenz zu bestimmen.
Absoluthörer unterliegen im Gegensatz zu Relativhörern nicht dem ersten Effekt der Tonhöhenverschiebung.

Tonhöhenverschiebung kurzer Töne

In Experimenten mit sehr kurzen amplitudenmodulierten Tönen stellte sich heraus, daß Relativhörer bei kurzen Tönen eine Verschiebung der Tonhöhe wahrnehmen. Bei kurzen Tönen zwischen 5ms und 25ms hören Relativhörer eine zu tiefe Tonhöhe. Absoluthörer nehmen diese Verschiebung nicht wahr. Diese Verschiebung wurde aus dem Modell vorhergesagt durch die Eigenschaft der Integratorneurone, die der Relativhörer im Gegensatz zum Absoluthörer für die Tonhöhenwahrnehmung benutzt.


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