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6.5.1 Voraussetzungen
Wodurch zeichnet sich das Korrelationsmodell eigentlich gegenüber anderen Theorien zur Tonhöhenwahrnehmung aus? Wenn die Cochlea eine tonotope Abbildung in andere Bereiche des Gehirns macht, so könnte man doch annehmen, daß eine direkte tonotope Projektion auf den Cortex möglich wäre. Wozu ist eine zeitliche Korrelation nötig, wenn eine spektrale Analyse dieselbe Leistung bringen würde?
Problem der Bandbreite
Ein Problem ist nun, daß Neurone nicht in einem beliebigen Frequenzbereich arbeiten können. Ein Neuron hat eine maximale und eine minimale Feuerhäufigkeit. Da alle Informationen im Nervensystem nur durch Aktionspotentiale kodiert werden können, ergibt sich eine Beschränkung durch die Bandbreite der Neurone.
Einfache neuronale MechanismenGrundsätzlich können wir annehmen, daß die neuronale Informationsverarbeitung auf Zellebene nur über wenige grundlegende Mechanismen verfügt. Als besonders einfache und verbreitete neuronale Mechanismen bieten sich mehrere zur neuronalen Verarbeitung an: Das Integrieren, das Differenzieren, das Oszillieren und das Koinzidieren. Diese Mechanismen sind einfach und mit wenigen Zellen zu realisieren. Wie wir oben gesehen haben, ist es mit diesen Mechanismen möglich, aus einem komplexen Signal eine Tonhöhe zu extrahieren.
Änderung der Kodierung
Bei Zellen des Hörnervs und des CN ist die Phasenkopplung ist ein typisches Phänomen bis hin zu Frequenzen von einigen hundert Herz. Bei höheren Frequenzen ist nach dem Volleyprinzip eine Phasenkodierung bis zu einigen kHz möglich. Mit Hilfe der Phase können Informationen über ein Signal kodiert werden, vor allem über die räumliche Lokalisation, aber auch über die Frequenzen, die im Signal vorhanden sind. Je weiter das Signal in höheren Kernen verarbeitet wird, desto weniger Information wird über die Phase transportiert. Die Phasenkopplung geht auf dem Weg zwischen Ohr und Cortex verloren und wird durch eine Ratenkodierung in Zusammenarbeit mit einer örtliche Abbildung ersetzt. Dies entspricht einer Transformation von einem einzelnen Kanal mit großer Bandbreite auf viele kleinere Kanäle mit schmaler Bandbreite.
Neuronale Karten
Eine räumliche Trennung und Anordnung von Information in neuronalen Systemen heißt ,,Map`` oder ,,neuronale Karte``. Eine Karte ist eine ein- oder mehrdimensionale Anordnung von Zellen, die in verschiedenen Dimensionen verschiedene Informationen kodiert.
Schlußfolgerung
Nach diesen Überlegungen sollte es klar sein, daß die Funktionsweise des Gehörs bestimmte Bedingungen erfüllt: Es deckt mit Neuronen, die in ihrer Funktion beschränkt sind, einen großen Bereich der Verarbeitung ab. Es besteht aus einfachen neuronalen Mechanismen. Die Information wird in Karten kodiert.
Methoden der Korrelation
Die Fragestellung am Ausgangspunkt der Überlegung war, warum das Korrelationsmodell eine plausible Methode darstellt, Informationen aus einem Signal zu gewinnen. Dazu untersuche ich im folgenden das Modell unter dem Gesichtspunkt der soeben aufgeführten Schlußfolgerungen. Fassen wir noch einmal zusammen, welche Informationen unser neuronales Korrelationsmodell zur Verfügung hat:
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