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6.3.1 DiskriminationsversucheDie Experimente, die im letzten Kapitel vorgestellt wurden, zeigen, daß es fundamentale Unterschiede in der Wahrnehmung zwischen Absoluthörern und Relativhörern gibt. In unseren sogenannten ,,Diskriminationsversuchen`` testeten wir allgemein die Leistungsfähigkeit der Absoluthörer. Die Ergebnisse dieser Versuche sind vereinbar mit den Vorhersagen der Theorie. Wahrnehmung von Einzeltöne aus einem Gemisch
Es ist nicht neu, daß Absoluthörer in der Lage sind, aus einem Frequenzgemisch Einzeltöne herauszuhören. Allerdings wurde dies noch nie in einem Experiment quantifiziert. Mit unseren Experimenten versuchten wir, genauere Aussagen über die Leistungsfähigkeit der Absoluthörer zu machen.
In diesem Experiment sollte die Versuchsperson einen Sinuston an eine vorgegebene AM anpassen. Die AM hatte eine feste Modulationsfrequenz von 250Hz und eine Trägerfrequenz, die zufällig im Bereich zwischen 2500Hz und 2700Hz variierte. Die Abbildung 6.3 zeigt das interpretierte Ergebnis dieses Versuchs. Die Linien zeigen die tatsächlich vorhandenen Frequenzen an, die verschiedenen Symbole die jeweiligen Vielfachen der Frequenz, die die Versuchsperson einstellte.
Die Wellenform des Signals einer AM trägt die Information über Subharmonische inhärent in der zeitlichen Lage der Maxima der Trägerfrequenz. In Abbildung 6.4 ist die Wellenform eines Stimulus des besprochenen Versuches abgebildet. Wie zu sehen ist, trägt der zeitliche Abstand der Maxima der Trägerfrequenz eine Information über die Modulationsfrequenz (im harmonischen Fall), sowie über die (zeitlichen) Subharmonischen der Trägerfrequenz. Die in der Abbildung 6.4 gezeigten Zeiten
Bei den in der Abbildung dargestellten Werten von einer Trägerfrequenz von 2600Hz und einer Modulationsfrequenz von 250Hz ist der Stimulus nicht harmonisch, was sich daran bemerkbar macht, daß die Maxima der Trägerfrequenz nicht an denselben Stellen im Bezug auf die Wellenform der Modulationsfrequenz liegen. In dieser Stufe der Verarbeitung ist auf jeden Fall die Information über die Subharmonischen der Trägerfrequenz vorhanden, und ein Absoluthörer hat die Möglichkeit, diese Subharmonischen der Trägerfrequenz (oder ganzzahlige Vielfache der Trägerperiode) zu kodieren und mit einem anderen internen Signal zu vergleichen.
Wahrnehmung der Modulationsfrequenz
Der Vergleich, den das Koinzidenzneuron vornimmt, ist nicht nur zwischen dem Integrator und dem Oszillator möglich, sondern auch zwischen Modulation und dem Oszillator. Dies ist der Vergleich, den wir im Kapitel ,,Ein neues Modell der absoluten Tonhöhenwahrnehmung`` vorgestellt haben. Aus diesem Modell folgte die Voraussage, daß Absoluthörer auch in der Lage sein sollten, die spektral nicht vorhandene Modulationsfrequenz wahrzunehmen.
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