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Psychophysikalische Untersuchung von spektralen und zeitlichen Mechanismen des auditorischen Systems anhand harmonischer und unharmonischer Amplitudenmodulationen: relatives und absolutes Gehör

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5.2.1 Fragestellung des Experiments

Die Fragestellungen in diesem Versuch waren:

  1. Bei welchen Frequenzverhältnissen sind Absoluthörer in der Lage, Frequenzen eines Gemischs voneinander zu unterscheiden?
  2. In welchem Bereich können sie die Modulationsperiode wahrnehmen?
  3. In welchem Bereich machen sie sonst noch Fehler, die als Oktavfehler oder als Kombinationston oder anders erklärt werden können?
  4. Spielt es eine Rolle, ob die Töne harmonisch sind oder nicht?

Die Fragestellung in diesem Versuch ist anders, als bei einem normalen Experiment zur Tonhöhenverschiebung, das mit einem Relativhörer durchgeführt wird. Die Fragen zur Tonhöhenverschiebung stellten wir bei den Absoluthörern nicht mehr, weil sie offenbar keiner solchen Verschiebung unterliegen.

In diesem Versuch ergab sich, daß die Versuchspersonen anscheinend in der Lage waren, Obertöne aufzulösen, die im Bereich von 4000Hz lagen, bei 250Hz Modulationsfrequenz also dem sechzehnten Oberton der Grundfrequenz entsprachen. Die Versuchspersonen hatten keine erkennbare Mühe, diese Töne zu bestimmen, und gaben ganz ungezwungen an, drei verschiedene Töne zu hören und auch einzeln unterscheiden zu können. Die Töne wurden zwar oft als unangenehm empfunden, weil sie keinen musikalischen Relationen unterlagen und im Sinne der Musik sicherlich ,,unästhetisch`` klangen. Dies war aber kein Hinderungsgrund, sie genau zu benennen.

  figure598
Abbildung: Das Ergebnis eines Diskriminationsversuchs mit einer Absoluthörerin (Versuchsperson:S.H.). Nach rechts ist der Durchgang des Versuchs aufgetragen, nach oben die Frequenz logarithmisch aufgetragen. Die drei Linien entsprechen den tatsächlich vorhandenen Frequenzen. Die Kreuze entsprechen den Noten, die die Versuchsperson hörte.



  
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