Title:

Psychophysikalische Untersuchung von spektralen und zeitlichen Mechanismen des auditorischen Systems anhand harmonischer und unharmonischer Amplitudenmodulationen: relatives und absolutes Gehör

Home
deutsch
  
ISBN: 3540115242   ISBN: 3540115242   ISBN: 3540115242   ISBN: 3540115242 
 
  Wir empfehlen:       
  next up previous
Next: 3.4.3 Experimente mit kurzen Tönen Up: 3.4 Versuchsaufbau Previous: 3.4.1 Experimente zur Tonhöhenverschiebung

3.4.2 Diskriminationsversuche

Die absoluthörende Versuchspersonen bekamen ein Signal vorgespielt und hatten die Aufgabe zu hören, welche Einzeltöne darin enthalten waren. Der Versuchsleiter saß im selben Raum wie die Versuchsperson und protokollierte die Aussagen mit, um in Zweifelsfällen bei Bedarf gleich nachfragen zu können, was die Versuchsperson meinten. Dies erwies sich als nötig, weil die Signale oftmals als vieldeutig wahrgenommen wurden und mit Rückfragen viele Mißdeutigkeiten vermieden werden konnten.
Die Angaben der Versuchspersonen erfolgten in musikalischer Notation. Die Versuchspersonen sollten die Töne mit Noten aus der harmonischen Tonleiter einschließlich der Oktavlage nennen.
Durch die Benennung der Töne in musikalischen Noten, statt sie, wie in den Experimenten zuvor, mit einem Sinuston zu vergleichen, war die Auflösung begrenzt. Dies wurde jedoch durch den Vorteil aufgewogen, daß die Versuche umfangreicher werden konnten, weil die Durchführung erheblich beschleunigt wurde. Die Auflösung der Angaben betrug einen Halbton. Da eine Oktave in zwölf Teile geteilt wird, also tex2html_wrap_inline3555, oder ungefähr 6%.
Wenn der unterste gehörte Ton (die Modulationsfrequenz) einer Tonhöhenverschiebung unterlegen hätte, hätte man dies an Abweichungen vom genannten Ton (250Hz oder entsprechend einem ,,h``) sehen müssen.

Die Signale bestanden aus der Addition von drei sinusförmigen Signalen mit fester Phase und einer Amplitudenbeziehung von 1:2:1, entsprachen also einer AM mit einer variablen Träger- und einer festen Modulationsfrequenz. Die Trägerfrequenz variierte in einem Bereich von 740bis 5274Hz in Abständen von jeweils einem Halbton zueinander, also vom zweigestrichenen f# bis hin zum fünfgestrichenen d#. Dieser Bereich überstreicht einen großen Bereich der musikalischen Frequenzen bis über seine obere Grenze hinaus. Der höchste Ton, das fünfgestrichene d#, ist höher als der höchste Ton auf einer Klaviertastatur.
Durch die Frequenzverhältnisse der vorgebenden Signale war sichergestellt, daß die Trägerfrequenz immer auf einem ganzen Halbton lag.

Die Modulationsfrequenz war über den ganzen Bereich konstant und betrug 250Hz. Der spektrale Abstand der Trägerfrequenz von ihren Seitenbanden entsprach einem Bereich von 7 Halbtönen bei den tiefsten Frequenzen bis hin zu weniger als einem Halbton bei den hohen Frequenzen.
Die Signale wurden durcheinander und in einer zufälligen Reihenfolge dargeboten. Da auch der Versuchsleiter nicht wußte, in welcher Reihenfolge die Töne dargeboten wurden, waren die Versuche doppelblind.
Ein Relativhörer kann Obertöne ungefähr bis zur dritten oder vierten Harmonischen unterscheiden, also bis 1000Hz Trägerfrequenz bei einer Modulationsfrequenz von 250Hz [19]. Im unteren Frequenzbereich sind die in unseren Experimenten erzeugten Töne also auch für einen Relativhörer noch zu unterscheiden, aber bei höheren Frequenzen ist das nicht mehr möglich.


next up previous
Next: 3.4.3 Experimente mit kurzen Tönen Up: 3.4 Versuchsaufbau Previous: 3.4.1 Experimente zur Tonhöhenverschiebung
  
Einführung in die Physik / Mechanik, Akustik und Wärmelehre: 1. Band
von Robert W. Pohl,
Robert O. Pohl
Sonstige Artikel:
Feldenkrais: Übungen für jeden Tag
Das entgrenzte Gericht: Eine kritische Bilanz nach sechzig Jahren Bundesverfassungsgericht (edition suhrkamp)
Tonio Kröger · Mario und der Zauberer. Interpretationshilfe Deutsch
 
   
 
     

Back to the topic site:
ScientificPublication.com/Startseite/Wissenschaft

External Links to this site are permitted without prior consent.
   
  Home  |  deutsch  |  Set bookmark  |  Send a friend a link  |  Copyright ©  |  Impressum