Title:

Psychophysikalische Untersuchung von spektralen und zeitlichen Mechanismen des auditorischen Systems anhand harmonischer und unharmonischer Amplitudenmodulationen: relatives und absolutes Gehör

Home
deutsch
  
ISBN: 3816928072   ISBN: 3816928072   ISBN: 3816928072   ISBN: 3816928072 
 
  Wir empfehlen:       
  next up previous
Next: 1.5.2 Übersicht über das neuronale Korrelationsmodell Up: 1.5 Das neuronale Korrelationsmodell Previous: 1.5 Das neuronale Korrelationsmodell

1.5.1 Die Korrelationsgleichung

Bei elektrophysiologischen Untersuchungen im IC von Perlhühnern fand Langner [38] eine Beziehung, mit der sich das Verhalten der beobachteten Neurone beschreiben läßt. Es zeigte sich, daß sich das Verhalten der Neurone bei Versuchen mit AM-Signalen gut mit der folgenden ,,Periodizitätsgleichung`` vereinbaren läßt:
 equation265
mit
tex2html_wrap_inline3483 = Periode der Modulationsfrequenz
tex2html_wrap_inline3485 = Periode der Trägerfrequenz
tex2html_wrap_inline3487 = interne Oszillationsperiode (0.4ms)
n,l,m = kleine ganze Zahlen
Man kann versuchen, diese eigentlich für Neuronen konzipierte Gleichung auf Experimente anzuwenden, die die subjektive Verschiebung der Tonhöhe einer AM messen (,,pitch-shift`` Experimente). Dabei stellte sich heraus [8], daß viele Beobachtungen von solchen Experimenten mit einer solchen Geradengleichung beschreibbar sind. Bei einer solchen Interpretation müßten dann die Steigungen von Geraden, die sich in solchen Tonhöhenverschiebungsexperimenten ergeben, ganzzahlig sein, und der Achsenabschnitt müßte ein Vielfaches von 0.4ms sein. Beides läßt sich in psychophysikalischen Experimenten bestätigen [8]. Auch in meinen Versuchen tauchten bei Relativhörern oft solche Beziehungen auf.

Im Prinzip stellt diese Art der Analyse eine Kreuzkorrelation dar. Dabei wird die Trägerfrequenz mit der Modulationsfrequenz unter Zuhilfenahme einer intrinsischen Oszillation im Zeitbereich korreliert. Die Idee dabei ist, daß die Modulationsfrequenz zusammen mit der Trägerfrequenz die Tonhöhe eines Signals bestimmen. Wenn die Zeiten der Nulldurchgänge der Träger und Modulationsfrequenz tex2html_wrap_inline3491 und tex2html_wrap_inline3493 sind, können die Signale demoduliert werden:
 equation282
Im Falle neuronaler Verarbeitung können wir einige Vereinfachungen annehmen. Wir brauchen keine Fälle unendlicher Integrationszeit zu betrachten, kurze Zeiten reichen, um die Verhältnisse in Neuronen zu beschreiben. Weiterhin können wir die Spikefolgen tex2html_wrap_inline3493 und tex2html_wrap_inline3491 vereinfachen, da sie sehr ähnlich zu einer Folge singulärer tex2html_wrap_inline3499-Peaks sind. Für Frequenzen unter 5kHz können wir deshalb tex2html_wrap_inline3491 ersetzen durch


 equation289

wobei tex2html_wrap_inline3485 die Trägerfrequenzperiode ist und tex2html_wrap_inline3505 die Phase des Trägers zu Beginn des Stimulus. Für die Modulationsfrequenz tex2html_wrap_inline3493 können wir einen ähnlichen Zusammenhang annehmen:
 equation294
wobei tex2html_wrap_inline3483 die Modulationsfrequenzperiode und tex2html_wrap_inline3511 die Phase der Modulation zu Beginn des Stimulus ist.
Um die Kreuzkorrelation durchführen zu können, brauchen wir noch eine Zeitverzögerung tex2html_wrap_inline3513 für die Transformation tex2html_wrap_inline3515. Diese Zeitverzögerung liefert uns eine kleine Oszillation. Diese Oszillation kann sowohl eine diskrete Zeitverschiebung liefern als auch kontinuierlich sein. Das System muß nur in der Lage sein, diese Zeitverzögerung auszulesen, um sei für die Korrelationsfunktion tex2html_wrap_inline3517 verwenden zu können.
Schließlich muß das System noch über einen Korrelationsmechanismus verfügen, um das verschobene Signal mit dem nicht verschobenen Signal korrelieren zu können:
 equation300
Die Korrelationsfunktion ist aufgrund der Eigenschaften der Deltafunktion nur dann ungleich Null, wenn die ,,Koinzidenzbedingung`` erfüllt ist:
 equation305
Da natürliche Neurone sich nicht wie Deltafunktionen verhalten, gilt die Gleichung 1.9 nur angenähert. Nichtsdestoweniger stellt sie eine gute Beschreibung der bisher beobachteten Phänomene sowohl auf neuronaler als auch auf psychophysikalischer Ebene dar.


next up previous
Next: 1.5.1 Übersicht über das neuronale Korrelationsmodell Up: 1.5 Das neuronale Korrelationsmodell Previous: 1.5 Das neuronale Korrelationsmodell
  
Strömungsakustik in Theorie und Praxis: Anleitung zur lärmarmen Projektierung von Maschinen und Anlagen
von Walter Lips
Sonstige Artikel:
Passivhaus Kompendium 2010: Wissen, Technik, Lösungen und Adressen: Wissen, Technik, Lösungen, Adressen
von Johannes Laible
Arbeitsrecht: Prüfungswissen, Multiple-Choice-Tests, Klausurfälle
Das Grundgesetz: Geschichte und Inhalt
 
   
 
     

Back to the topic site:
ScientificPublication.com/Startseite/Wissenschaft

External Links to this site are permitted without prior consent.
   
  Home  |  deutsch  |  Set bookmark  |  Send a friend a link  |  Copyright ©  |  Impressum